Installments

Installment #9: Barbara Dalheimer, DER RUHIGE BLICK - Peruanische Architektur und Landschaft (Fotografien aus den Jahren 1978 - 1981)

Ich wollte auf meiner Reise nach Peru nicht von hier nach dort fliegen, sondern war mehr daran interessiert, möglichst viele Städte zu besuchen. In etwa drei Monaten bin ich über Paris, London, New York, Baltimore, Philadelphia, Washington D.C., New Orleans, Mexico City und Caracas nach Lima gekommen.

Dr. Barbara Dalheimer, 2018

Die Kunstgeschichte tradiert sich als Wissenschaft von Architektur, Malerei und Bildhauerei. Sie setzt ein Studium der einzelnen Werke voraus, das bestenfalls vor dem Original ausgeführt wird. Nicht nur für Architekturhistoriker_innen gehört das Reisen daher seit jeher zur eigenen Arbeit, sowie auch das Nachdenken über die fotografische Dokumentation der untersuchten Bau- und Kunstwerke.

Dr. Barbara Dalheimer wurde 1977 an der Freien Universität Berlin im Fach Kunstgeschichte mit einer Arbeit über das Palais Hôtel de Pompadour (Paris, 1704 / 05) von Pierre-Alexis Delamair promoviert. Während ihrer Studienzeit und kurz danach bereiste sie viele europäische Städte und lebte zwischen 1978 und 1981 in Peru, wo sie zu den “miradores’, den geschlossenen Holzbalkonen der zivilen Bauten in Lima, geforscht hat.

Ihre Ausstellung in der kma71 zeigt Fotografien, die im Hochland und am Pazifik entstanden sind. Neben ziviler und sakraler Architektur des Landes ist auch Kolonialarchitektur (“lateinamerikanischer Barock”) zu sehen, die von den Spaniern zusammen mit der indigenen Bevölkerung des Landes erbaut wurde.

Barbara Dalheimers Fotografien, die mit einer Leica aufgenommen wurden, ging ein ausgiebiger Beobachtungsprozess voraus. Entgegen der Schnelllebigkeit und Massenproduktion von Bildern in unserer heutigen Zeit, lädt die Ausstellung DER RUHIGE BLICK deshalb auch dazu ein, sich über die Wahrnehmung anderer Kulturen, deren Errungenschaften und über die eigenen Sehgewohnheiten auszutauschen.